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02.06.2021

Volle Griffkraft bis in die Fingerspitzen

Neues Verfahren etabliert: Oberflächenersatz am Fingermittelgelenk

Über zehn Jahre plagten Heidi Hettwer Schmerzen in den Fingern: Jeder Griff wurde zur Qual. Durch die Arthrose nutzten sich die Gelenke immer mehr ab und die Finger wurden schief. Die Hände nicht mehr wie gewohnt nutzen zu können, behindert im Alltag massiv. Statt die Finger versteifen zu lassen, hat sich die 64-Jährige für eine neuartige Prothese entschieden, ein Oberflächenersatz am Fingermittelgelenk.

„Am Ende rieb Knochen auf Knochen und die Schmerzen waren unerträglich“, erinnert sich Heidi Hettwer noch gut. Das Greifen von Alltagsgegenständen, das Auswringen eines Tuches oder das Tragen von schweren Gegenständen wurden zur schmerzhaften Herausforderung. Ihr niedergelassener Orthopäde verwies sie an die Spezialisten der Handchirurgie im Oelder Marienhospital: Seit über zwei Jahren wird hier eine neuartige Prothese im Finger implantiert. „Der Vorteil des Oberflächenersatzes am Fingermittelgelenk ist, dass die Prothese im Knochen verankert und die Größe während der Operation individuell angepasst wird“, erklärt Dr. Nikolaus von Braunmühl, Chefarzt der Klinik für Plastische-, Ästhetische- und Handchirurgie. Eine hohe Stabilität, gute Beweglichkeit sowie volle Griffkraft sind wesentliche Vorteile dieser Prothese – vor allem im Vergleich zu früheren Verfahren mit einem künstlichen Gelenk aus Silikon.

Für Heidi Hettwer hat sich das neue System aus der Schweiz längst bewährt: Während sie 2019 als eine der ersten Patientinnen im Oelder Hospital den Oberflächenersatz am Mittelfinger erhalten hat, hat sie sich aufgrund der guten Erfahrung für eine weitere Prothese am Mittelfinger der anderen Hand entschieden. „Ich habe seit über zehn Jahren Probleme mit meinen Fingern und starke Schmerzen“, resümiert die Lippstädterin, „jetzt habe ich keine Einschränkungen mehr.“ Das erleichtere ihr den Alltag enorm, aber auch beruflich kann sie nun wieder richtig mit anpacken.

„Wichtig ist, dass man im frühen Stadium der Arthrose weitere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht zieht“, betont der Chefarzt. „Der Knochen als auch die Gelenkkapsel müssen eine gewisse Festigkeit haben, damit die Prothese fest verankert werden kann und das Gelenk  anschließend stabil ist.“ Häufig seien die Mittel- und Zeigefinger betroffen. Nach dem operativen Eingriff müssen Patienten noch zwei Wochen eine Gipsschiene tragen. „Die physiotherapeutische Nachbehandlung ist sehr wichtig, um sechs Wochen nach dem Eingriff komplett schmerzfrei und ohne Einschränkungen den Finger wieder bewegen zu können.“ Für Heidi Hettwer bedeuten die beiden Implantate neu gewonnene Lebensqualität und volle Griffkraft bis in die Fingerspitzen.

Volle Beweglichkeit und Stabilität: Dr. Nikolaus von Braunmühl, Chefarzt der Klinik für Plastische-, Ästhetische- und Handchirurgie, und Patientin Heidi Hettwer mit einer Prothese für das Fingermittelgelenk.