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Zentrum

Dekubituschirurgie

Herzlich Willkommen

Ein Dekubitus ist für Betroffene oft mit Schmerzen, Einschränkungen und Unsicherheit verbunden. In unserem Dekubituszentrum bieten wir eine spezialisierte, ganzheitliche Versorgung für Menschen mit Druckgeschwüren – von der genauen Diagnostik über die moderne Wundbehandlung bis hin zur Vorbeugung weiterer Hautschäden.

Unser erfahrenes Team arbeitet eng mit Patientinnen und Patienten, Angehörigen, Pflegekräften und behandelnden Ärztinnen und Ärzten zusammen. Ziel ist es, Wunden bestmöglich zur Heilung zu bringen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Mit fachlicher Expertise, moderner Therapie und einem offenen Blick für die persönliche Situation jedes Menschen begleiten wir Sie verlässlich auf dem Weg zu mehr Sicherheit und Wohlbefinden.

Wenn Sie einen Patienten mit einem behandlungsbedürftigen Dekubitus (Grad 3 und Grad 4) bei uns vorstellen möchten, können Sie uns direkt telefonisch oder per E-Mail kontaktieren. Wir benötigen von Ihnen im Vorfeld einige Angaben und eine Bilddokumentation, eine detaillierte Beschreibung finden Sie im nachfolgenden Link.

Informationen zum Dekubitus

Dekubitus, auch bekannt als Druckgeschwüre oder Druckverletzungen, sind lokale Schädigungen der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes. Sie entstehen meist über Knochenvorsprüngen durch langanhaltenden Druck oder durch Druck in Kombination mit Scherkräften oder Reibung. Bei Dekubitalulzera handelt es sich um chronische Wunden, am häufigsten betroffen sind die Haut über dem Kreuzbein, dem Steißbein, den Fersen und den Hüften. Auch andere Bereiche wie Ellbogen, Knie, Knöchel, Schulterbereich oder Hinterkopf können betroffen sein.

Ursachen

Druckgeschwüre entstehen durch Druck auf Weichgewebe, der die Blutversorgung des Gewebes ganz oder teilweise unterbricht. Scherkräfte können ebenfalls eine Ursache sei. Druckgeschwüre entwickeln sich am häufigsten bei Menschen, die sich wenig bewegen, beispielsweise bei chronischer Bettlägerigkeit oder bei regelmäßiger Rollstuhlnutzung. Die Heilung von Druckgeschwüren kann durch das Alter, Erkrankungen (wie Arteriosklerose, Diabetes oder Infektionen), Rauchen oder Medikamente (wie entzündungshemmende Mittel) verlangsamt werden.

Vier Entstehungsmechanismen

  1. Äußerlicher Druck auf eine Körperstelle, insbesondere auf Knochenvorsprünge, kann zu einer Komprimierung der Blutkapillaren führen. Dadurch kommt es zu einer Durchblutungsstörung und das Gewebe wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
  2. Scherkräfte bezeichnen die Ablösung der Haut vom darunterliegenden Gewebe, z.B. wenn ein Patient im Sitzen auf einem Stuhl abrutscht, oder der Oberkörper in Rückenlage hoch gelagert wird.
  3. Reibung schädigt die oberflächlichen Blutgefäße direkt unter der Haut. Sie entsteht, wenn zwei Oberflächen aneinander reiben, z. B. wenn Patienten beim Umlagern im Bett, oder beim Transfer auf eine Trage, über das Bettlaken gezogen oder geschoben werden.
  4. Feuchtigkeit ist ebenfalls ein Risikofaktor für Druckgeschwüre. Schweiß, Urin, Stuhl, oder übermäßige Wundsekretion, können die durch Druck, Reibung und Scherkräfte verursachten Schäden zusätzlich verschlimmern. Sie können zur Mazeration der umliegenden Haut beitragen und so die schädlichen Auswirkungen von Druckgeschwüren verstärken.

Gradeinteilung nach Shea

• Grad I: Lokale Rötung ohne Hautschädigung. Verschwindet jedoch auch nicht nach entsprechender Druckbelastung.
• Grad II: Schädigung der Haut, Ablösung der Epithelschicht (Blase).
• Grad III: Schädigung aller Gewebeschichten. Tiefe Nekrose.
• Grad IV: Mitbeteiligung des Knochens mit der Gefahr der Osteomyelitis

Behandlung

Obwohl Druckgeschwüre bei frühzeitiger Erkennung oft vermeidbar und behandelbar sind, können sie bei schwerkranken, gebrechlichen, sowie älteren Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität, wie z. B. Rollstuhlfahrern (insbesondere bei Rückenmarksverletzungen), nur sehr schwer verhindert werden. Die primäre Prävention besteht in der Druckentlastung durch regelmäßiges Umlagern und der Positionierung der betroffenen Person im Bett oder Rollstuhl. Daneben ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Proteingabe und adäquater Inkontinenzversorgung mit Vermeiden von Urin- und Stuhlkontakt mit der Haut wichtig.

Übersicht der chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten

Eine Operation wird dann nötig, wenn ein Dekubitus Grad III und Grad IV vorliegt, wenn Nekrosen entfernt werden müssen, oder tiefe Gewebeschichten betroffen sind. Zentrale Methoden sind das chirurgische Débridement zur Wundreinigung und plastisch-chirurgische Rekonstruktionen, oft mittels Lappenplastiken (Verlagerung von Haut-/Muskelgewebe), um den Defekt zu decken.

Ziele: Infektbeseitigung, Schmerzreduktion, Defektdeckung zur Heilungsförderung

Chirurgisches Débridement
Während der Operation wird die Wunde radikal gereinigt (débridiert), um abgestorbenes oder infiziertes Gewebe zu entfernen. Manchmal wird dabei auch etwas Knochen entfernt. Dadurch entsteht eine größere Wunde, das verbleibende Gewebe ist jedoch gesund und heilt mit höherer Wahrscheinlichkeit.

Defektdeckung (Plastische Chirurgie)
Rekonstruktive Chirurgie ist in der Regel tiefen oder schwer heilenden Druckgeschwüren vorbehalten. Es gibt verschiedene Arten der rekonstruktiven Chirurgie, aber bei den meisten wird abgestorbenes Gewebe aus der Wunde entfernt und anschließend Weichgewebe wie Muskeln, Fett oder Haut von anderen Körperstellen des Patienten verwendet, um die Wundhöhle aufzufüllen.

Alternativ erfolgt eine Spalthauttransplantationen: Eher selten, für oberflächliche Defekte.

Nachsorge

Nachdem eine Dekubitusdeckung durch Lappenplastik durchgeführt wurde, ist das Einhalten bestimmter Verhaltensweisen sehr wichtig, um ein gutes Ergebnis zu erhalten. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, insbesondere die Druckentlastung und Positionierung der Patientin/des Patienten. Die äußerlich sichtbare Wunde/Narbe bildet nur einen Teil der zu heilenden Fläche ab. Innenliegend befindet sich eine große Wundfläche. Es benötigt einige Wochen Zeit bis zur Abheilung. Diese sollte durch eine entsprechende Nachbehandlung unterstützt werden. 

Der Weg zur Genesung

Gemeinsam mit uns können Sie Ihre Genesung aktiv unterstützen.

  • 6 Wochen Entlastung der Lappenplastik
  • Konsequente Positionierung alle 2 Stunden plus druckentlastende Hilfsmittel und Lagerung auf einer Antidekubitusmatratze (z.B. Wechseldrucksystem)
  • Progressives Sitztraining (+ Antidekubituskissen)
  • Tägliche Hautkontrolle auf Rötungen und Schädigungen
  • Hautpflege- und Hautschutzmaßnahmen
  • Ausgewogene Ernährung unter Berücksichtigung eines erhöhten Bedarfes an Proteinen
  • Bewegungsförderung u. Physiotherapie

Kontakt

Chefarzt Dr.
Nikolaus von Braunmühl

Chefarztsekretariat:

Doris Bartsch
Nadine Lilge
Tel. 02522 99-1481
Fax 02522 99-1483
E-Mail senden

Termine nur nach telefonischer Vereinbarung über das Chefarztsekretariat.

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