Das Hospital im Wandel der Zeit...

Zurück bis an die Jahreswende 1845/46 reicht die Geschichte des Oelder Marienhospitals, die für immer mit dem Namen zweier Geistlicher verbunden ist, ohne deren Initiative das Werk christlicher Nächstenliebe nicht denkbar gewesen wäre ...

Pfarrer und Landdechant Joseph Köster von St. Johannes zu Oelde und Pfarrer Johann Bernhard Grothuß, gebürtig aus Oelde und seinerzeit in Hervest bei Dorsten im geistlichen Amt.

Um die Mittel für den geplanten Krankenhausbau aufbringen zu können, riefen sie die Bevölkerung zu Spenden auf. "Es war eine Freude wahrzunehmen, mit welchem Eifer sich die ganze Gemeinde an dem Werk der Liebe beteiligte. Eine Art Begeisterung, ein heiliger Wetteifer hatte sich aller bemächtigt", notierte Vikar Tigges damals als zeitgenössischer Chronist.

Vier Jahre nach der ersten Initiative konnte im August 1849 der Bau nach den Plänen des Oelder Baumeisters Rudolf Volmer beginnen. Bereits am 17. Mai 1854 feierte die gesamte Region mit einem Hochamt unter Mitwirkung des damaligen Bischofs von Münster, Dr. Johann Georg Müller, den Tag der Einweihung.

Da sich der Ursprungsbau schon bald als zu klein erwies, wurde 1913 ein Ost-West-Flügel angebaut, 1956 folgte der Nord-Süd-Trakt. Aber nicht nur die Schaffung neuer Räume kennzeichnet das Jahr 1956 sondern auch der Übergang von einem Belegkrankenhaus zu einem Fachkrankenhaus ist mit diesem Datum verbunden. Die Umstellung der Versorgungsform trägt die Handschrift des Internisten Dr. med. Anton Dissen (Chefarzt der Inneren Abteilung von 1956 bis 1972).

Auf Initiative des damaligen Chefarztes der Chirurgie, Dr. med. Wilhelm Brameyer, wurde dem Marienhospital am 1. Oktober 1961 eine anerkannte Krankenpflegeschule mit 41 Ausbildungsplätzen angegliedert. Parallel dazu entstand das Schwesternwohnheim an der Spellerstraße mit 78 Heimplätzen. Nach der Entscheidung des früheren Gesundheitsministers Werner Figgen, das Marienhospital als Schwerpunktkrankenhaus auszubauen, wurde in der Zeit von 1975 bis 1982 der umfassende Um- und Erweiterungsbau vollzogen.

Das kompetente und umfassende medizinische Leistungsspektrum des Marienhospitals seit dieser Zeit wurde insbesondere geprägt durch die Chefärzte der bettenführenden Hauptfachabteilungen Innere Medizin (Dr. med. Wolfgang Brinkmann 1972-1999; Dr. med. Klaus Welslau, seit 1999) und Chirurgie (Dr. med. Wigbert Steltmann, von 1986 - 2004, Dr. med. Bernhard Mallmann von 2004 - 2007, Dr. med. Frank Greinke seit 2008), Hand- und Plastische Chirurgie (Facharzt Andreas Geiger, seit 1997), ergänzt durch die Abteilung für Anästhesie (von 1980 bis 2001 unter der Leitung von Dr. med. John Nasta, seit 2001 Dr. med. Martin Nienhaus).
 
In den 90er Jahren entwickelte sich das Marienhospital schrittweise zu einem modern ausgestatteten Gesundheitszentrum für die Region Oelde. Seit 1994 wird unsere Kurzzeitpflegestation betrieben, wo Patienten unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt oder zur Entlastung der Angehörigen zeitlich begrenzt eine qualifizierte Pflege und Unterbringung erfahren. Mitte der 90er Jahre entschloss sich der Träger des Marienhospitals zu einem Engagement im Pflegesektor gemeinsam mit weiteren katholischen Einrichtungen unter dem Namen C.E.M.M., um die ambulante pflegerische Versorgung auf hohem Niveau zu gewährleisten und eine nahtlose Verzahnung zwischen stationären und ambulanten Versorgungsformen sicherzustellen.

1995 erfolgte auch die Integration einer Schmerzambulanz in die Abteilung für Anästhesie. Chronisch Kranke erhalten hier eine adäquate schmerztherapeutische Betreuung. Wenig später kam es zur Ansiedlung des Werkarztzentrums im Wohnheim des Marienhospitals. Heimische Firmen nehmen hier eine kompetente betriebsärztliche Versorgung in Verbindung mit einem leistungsstarken Akutkrankenhaus in Anspruch.

Eine deutliche Aufwertung der medizinischen Infrastruktur erfuhr das Marienhospital in den zurückliegenden Jahren durch die Erneuerung und Erweiterung der Radiologischen Abteilung sowie durch eine volldigitalisierte Röntgenanlage.

Im Jahr 1997 installierte man die hochmoderne Anlage und war damit bundes- und landesweit Vorreiter einer zukunftsorientierten und patientenschonenden Entwicklung. Die Anschaffung des zum größten Teil über eine Spende der Ralph-Loddenkemper-Stiftung finanzierten Spiral-Computertomographen im Jahr 2000 bedeutete abermals die Aufwertung der diagnostischen Möglichkeiten.

Seit dem Jahr 1999 kooperiert das Marienhospital im Bereich der Verwaltung, der Pflege und der Medizin (z.B. Teleradiologie) eng mit dem Sankt Elisabeth Hospital Gütersloh, um die schwierigen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen gemeinsam bewältigen zu können. Zeitgleich übernahm der Verwaltungsdirektor des Gütersloher Hospitals, Dr. rer. pol. Stephan Pantenburg, in Personalunion die Position des Geschäftsführers des Marienhospitals Oelde. Nach über 15-jähriger vertrauensvoller Kooperation haben sich das Sankt Elisabeth Hospital Gütersloh und das Marienhospital Oelde im Jahr 2015 zu einem gemeinnützigen Plankrankenhaus zusammengeschlossen.

Der Rückblick ermutigt: Schritt für Schritt hat sich das nun schon über 160 Jahre alte Marienhospital zu einem modern ausgestatteten, leistungsfähigen Krankenhaus entwickelt, das auch für die Zukunft gerüstet ist.